Patienten reagieren manchmal mit Wut oder Angst auf Situationen, die sich auf der Station abgespielt haben. Ereignisse wie gewalttätige Übergriffe, Fluchtversuche, die Aufnahme von verstörten Patienten, Streitigkeiten und Sicherheitsmaßnahmen wie Fixierung oder erzwungene Bedarfsmedikation sind für alle (!) Personen auf der Station ein Ausnahmezustand.

Einige Patienten, besonders diejenigen, die nicht gewohnt sind, mit anderen in einem Raum zu schlafen, sind nachts unruhig und verängstigt. Außerdem macht sie ihre Krankheit extrem stressanfällig. Wenn sie durch lautes Rufen aus dem Schlaf gerissen werden, liegen sie oft stundenlang wach und malen sich Schreckensszenarien aus.

Diese Reaktionen sind eine der Erklärungen dafür, warum ein Ereignis zum anderen Ereignis führen kann, warum ein herausforderndes Vorkommnis auf der Station oft ein zweites auslöst. Diese Intervention ist darauf ausgerichtet, durch beschwichtigende Einwirkung in solchen Situationen dafür zu sorgen, dass solch problematisches Verhalten nicht um sich greift und dass den Patienten Sicherheit geboten wird.

Nach jedem potenziell angstauslösenden Ereignis auf der Station sollte mit jedem einzelnen Patienten geredet werden, entweder alleine oder in kleinen Gruppen. Man muss sie fragen, wie sie sich den Vorfall erklären und welche Wirkung er auf sie hatte, und ihnen dann eine Erklärung für das Geschehene geben. Diejenigen Patienten, die das Ereignis weder mitbekommen noch davon gehört haben, müssen nicht unbedingt angesprochen werden. Anschließend bietet es sich an, dass die Mitarbeiter mehr Präsenz auf der Station zeigt, dass sie sich in Patientennähe aufhalten, ohne dabei besorgt oder besonders überwachend zu wirken (das würde alles nur verschlimmern), sondern warmherzig, fürsorglich und mit positiver Ausstrahlung. Zielsetzung ist, dass sich jeder Patient wieder beruhigt und sich sicher und geborgen fühlt.

Laden Sie die gesamte Interventionsbeschreibung herunter, lesen Sie sich sorgfältig alles durch, bevor Sie mit der Umsetzung dieser Intervention beginnen.

Download-Links:

pdfKomplette Interventionsbeschreibung “Sicherheit bieten”

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